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Jochen Stöberl trotzt Wind, Hitze und Erkältung bei der Ironman-WM auf Hawaii

Nittenau/Kona. Ein Start bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gilt für viele Triathleten als Lebenstraum. Für Jochen Stöberl von der Laufsportabteilung des TSV Nittenau war es aber bereits die zweite Teilnahme am berühmtesten Triathlon der Welt. Nach seiner erfolgreichen Qualifikation in Hamburg, wo er mit einer Gesamtzeit von 9:26:08 Stunden das Ticket für Hawaii löste, stellte er sich auf Big Island den extremen Bedingungen und erreichte nach 10:18:30 Stunden das Ziel.

Dabei verlief die Anreise nach Hawaii völlig problemlos. Weniger erfreulich war jedoch der Beginn der Rennwoche: Bereits am Montag bemerkte der Nittenauer leichte Erkältungssymptome, die er auf die Klimaanlage während des Langstreckenfluges zurückführte. Das Training wurde deshalb in den Tagen vor dem Rennen deutlich reduziert. Zwar verbesserten sich die Beschwerden bis zum Wettkampftag spürbar und ein Start stand nie ernsthaft in Frage, dennoch entschied sich Stöberl für eine vorsichtige Renneinteilung. Sein Ziel war klar: gesund und sicher ins Ziel kommen.

Für den erfahrenen Ausdauersportler war es bereits die 16. Langdistanz seiner Karriere. Besonders bemerkenswert: Bereits vor 16 Jahren hatte er schon einmal an der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii teilgenommen. Mit der Startnummer 1616 kehrte er nun an den legendären Austragungsort zurück.

Der Renntag begann alles andere als typisch für Hawaii. Statt Sonnenschein erwartete die Athleten strömender Regen. Stöberl ging in der viertletzten Startgruppe um 7.30 Uhr ins Rennen, rund 70 Minuten nach den Profis.

Auf der 3,8 Kilometer langen Schwimmstrecke in der Bucht von Kona herrschten aufgrund des Wetterumschwungs anspruchsvolle Bedingungen. Hohe Wellen und starke Strömungen machten die Strecke schwieriger als gewohnt. Entsprechend defensiv gestaltete Stöberl das Schwimmen und erreichte nach 1:11:05 Stunden die Wechselzone.

Der Wechsel aufs Rad verlief reibungslos. Auf den ersten Kilometern der 180 Kilometer langen Radstrecke fühlte sich alles noch ordentlich an. Doch spätestens nach der Wende in Hawi zeigte Hawaii seine berüchtigte Seite. Starker Gegenwind begleitete die Athleten auf dem Rückweg bis nach Kona. Angesichts der noch nicht vollständig überwundenen Erkältung war auch auf dem Rad eine zurückhaltende Fahrweise gefragt. Nach 5:28:36 Stunden stieg Stöberl vom Rad.

„Schwimmen und Radfahren fühlten sich etwas kraftlos an. Deshalb hatte ich Bedenken, dass der Marathon ähnlich mühsam wird“, berichtet er. Doch der befürchtete Einbruch blieb zunächst aus. Auf den ersten 20 Kilometern fand der TSV-Athlet überraschend gut in seinen Laufrhythmus und konnte eine konstante Pace von rund 4:30 Minuten pro Kilometer laufen.

Mit zunehmender Renndauer wurden die Bedingungen jedoch immer härter. Auf dem Queen Ka'ahumanu Highway stiegen die Temperaturen deutlich an. Durch den starken Regen am Morgen lag die Luftfeuchtigkeit bei rund 80 Prozent. Spätestens am Wendepunkt im Natural Energy Lab auf Meereshöhe zeigte sich die volle Härte des Rennens. „Die Bedingungen waren dort gnadenlos“, so Stöberl. Regelmäßiges Trinken und konsequentes Kühlen an jeder Verpflegungsstation wurden zur Pflicht.

         

Der Rückweg nach Kona zog sich schließlich „wie Kaugummi“, doch Aufgeben war keine Option. Auf der berühmten Zielgeraden warteten seine Ehefrau Sabrina und Sohn Noah, die ihn während der gesamten Reise begleitet hatten. Mit ihrer Unterstützung absolvierte er den Marathon in starken 3:30:48 Stunden und erreichte nach insgesamt 10:18:30 Stunden das Ziel seiner zweiten Hawaii-Teilnahme.

Auch die Platzierungen konnten sich sehen lassen: In seiner Altersklasse belegte Stöberl Rang 94 von 241 Startern. Im Gesamtklassement erreichte er den 743. Platz unter 2.261 Teilnehmern.

Trotz der schwierigen äußeren Bedingungen und der gesundheitlichen Einschränkungen zieht der Nittenauer ein positives Fazit: „Die äußeren Umstände waren hart und durch die Abgeschlagenheit infolge der Erkältung bin ich mit dem Ergebnis zufrieden. Letztendlich muss man in Hawaii nehmen, was die Insel einem an diesem Tag gibt.“

Und die Frage nach einer weiteren Teilnahme? Die bleibt vorerst offen. „Ob ich wieder komme, wer weiß?“ sagt Stöberl mit einem Lächeln. Zunächst steht ohnehin etwas anderes auf dem Programm: die wohlverdiente Saisonpause.

 

 

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