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Ironman Hamburg: Trotz widriger Bedingungen zur Hawaii-Qualifikation

Beim Ironman in Hamburg zeigte Jochen Stöberl von der Laufsportabteilung des TSV Nittenau in der Altersklasse 45–49 eindrucksvoll, wie mentale Stärke, Erfahrung und Durchhaltevermögen auch unter schwierigen Bedingungen zum Erfolg führen können.

Bereits zum dritten Mal nach 2017 und 2025 ging er bei dem renommierten Langdistanzrennen an den Start – und setzte mit einer Gesamtzeit von 9:26:08 Stunden ein starkes Ausrufezeichen.

Dabei waren die Bedingungen alles andere als ideal. Kühle Temperaturen von nur 15 bis 16 Grad, Regen und Wind bestimmten das Renngeschehen. „Das Wetter war heuer nicht so meins – ich mag es eigentlich lieber warm“, räumte der Athlet ein. Erschwert wurde das Rennen zusätzlich durch einen Zwischenfall auf der Radstrecke: Metallspäne, die offenbar absichtlich auf die Straße gestreut wurden, führten bei rund 150 Teilnehmern zu Defekten.

Der Start in den Wettkampf gelang jedoch optimal. Beim Schwimmen unterbot er für die 3,8km seine Zeit aus dem Vorjahr um drei Minuten und stieg nach soliden 1:03 Stunden aus dem Wasser – voll im Plan.

Auch der Wechsel aufs Rad verlief reibungslos. Auf der flachen, jedoch windanfälligen Strecke musste er vor allem in der zweiten Runde gegen starken Gegenwind und Dauerregen ankämpfen. „Ich musste durchschnittlich etwa 15 Watt mehr Leistung treten als geplant“, erklärte er. Trotz der widrigen Umstände hatte er im sabotierten Streckenabschnitt Glück im Unglück: Zwar gerieten zwei Metallspäne in seine Reifen, doch die Tubeless-Technologie mit Dichtmilch im Reifen verhinderte einen Ausfall. Lediglich einmal musste Luft nachgepumpt werden. So blieb die Fahrzeit für die 180 km-Radstrecke  mit knapp unter fünf Stunden im angestrebten Rahmen.

   

Der anschließende Wechsel zum Marathon fiel aufgrund der Kälte etwas schwerer. Die erste von vier Laufrunden durch die Hamburger Innenstadt erwies sich als zäh. Doch ab Runde zwei fand der Sportler seinen Rhythmus. „Ich kam richtig in den Flow“, berichtete er. Vor allem die durchdachte Ernährungsstrategie auf dem Rad und beim Lauf zahlte sich aus.

In der letzten Runde mobilisierte er noch einmal alle Kräfte. Die Strapazen waren spürbar, doch mental blieb er bis ins Ziel stark – und wurde belohnt: Mit einer Marathonzeit von 3:12 Stunden stellte er eine persönliche Bestleistung innerhalb eines Ironman-Rennens auf.

Am Ende stand nicht nur ein hervorragender elfter Platz in der Altersklasse 45–49, sondern auch die Qualifikation für die Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Die offizielle Slot-Vergabe erfolgte am Tag nach dem Rennen. Am 10. Oktober 2026 wird er nun dort an den Start gehen. Der Erfolg kommt nach einer schwierigen Phase: Noch 2024 hatte ihn sein damaliger Trainer abgeschrieben. „Es reicht nicht mehr für die Langdistanz“, lautete das ernüchternde Urteil. Kurzzeitig dachte Stöberl sogar an ein Karriereende. Doch er entschied sich, seinen eigenen Weg zu gehen. Seit Oktober 2024 trainiert er in Eigenregie – mit wachsendem Ehrgeiz und vor allem wiedergewonnener Freude am Training.

Heute blickt er optimistisch in die Zukunft: „Die Vorfreude über das Unternehmen Hawaii ist riesig. Ich freue mich auf die Vorbereitung.“ Unterstützt wird er dabei wie immer von seiner Frau Sabrina, die ihn bei jedem Rennen begleitet und betreut – ein wichtiger Rückhalt bei seinen sportlichen Unternehmungen.